125 Jahre Feuerwehr

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Twistetaler Bilderbogen – 125 Jahre Feuerwehr Elleringhausen

Quelle: Twistetaler Bilderbogen Nr 26/90, im Juni 1990


Waldeckische Allgemeine vorn 21. Juni 1990

125 Jahre Feuerwehr Elleringhausen

Mit Löscheimern aus Leder und Druckspritze fing alles an

Elleringhausen (zvg). Mit dem 125jährigen Bestehen der Elleringhäuser Feuerwehr feiert die älteste Traditionsgemeinschaft im 198 Einwohner zählenden Twistetaler Ortsteil am Wochenende nicht nur ein bedeutsames Jubiläum, sondern wird auch noch im Laufe des Sommers in ihr vergrößertes und neueingerichtetes Feuerwehrhaus einziehen. Darüber hinaus wird anläßlich des Landesfeuerwehrtages im September in Korbach der Jubiläumswehr ein neues Feuerwehrfahrzeug übergeben.

„Dienst in der kleinen Dorf-Feuerwehr war zu allen Zeiten und ist auch heute noch Dienst an der Allgemeinheit“, heißt es im Grußwort der städtischen Gremien zu den Geburtstagsfeierlichkeiten, die vom 22. bis 24. Juni gefeiert werden sollen.

Obwohl von 1874 bis 1916 keine Protokollbücher der Feuerwehr vorliegen, hat Ortsvorsteher Hans Marowski noch einiges an „Geschichte“ zusammengetragen und in einer kleinen Chronik zusammengefaßt, die er am Dienstagabend der El-leringhäuser Wehr übergab. Offiziell wird er die Vereins-Annalen beim Festkommers am Freitag im Dorfgemeinschaftshaus vortragen.

Es war die unruhige Zeit vor dem deutsch-französischen Krieg (1870/71), als der Gemeinderat in Elleringhausen am 16. September 1865 beschloß, beim Maschinenbauer Koster zu Wetterburg eine Feuerspritze nebst Standrohr für 250 Taler zu erwerben. Ein Jahr später, am 4. September 1866, erging ein weiterer Beschluß, Friedrich Gott-mann und Schmied Friedrich Schnaare das Amt als Spritzen-meister zu übertragen.

Alte Sitten

Damit war „nach Recht und Gesetz“ die Elleringhäuser Feuerwehr ins Leben gerufen, obwohl aus urkundlichen Überlieferungen bekannt ist, daß bereits mit der Anschaffung der Feuerspritze auf freiwilliger Basis von allen Einwohnern des Dorfes Feuerwehrdienst geleistet wurde. Im Übrigen war es zu der damaligen Zeit Sitte und Brauch, daß jedes jungvermählte Paar für den Feuerschutz einen ledernen Löscheimer spenden mußte. Dieser Eimer sowie die Druckspritze haben noch bis nach dem zweiten Weltkrieg in Elleringhausen gute Dienste geleistet.

Seit 1935 besteht offiziell eine „Freiwillige Feuerwehr“. Im Jahre 1947 erhielten die Elle-ringhäuser ihre erste Motorspritze, die 1962 und 1981 nochmals gegen eine neue ausgetauscht wurde. Ab 1950 hat eine Wettkampfmannschaft an den Kreiswettkämpfen in Waldeck mit großem Erfolg teilgenommen. Einmal wurde man Kreis sieger und befand sich sonst immer in der Kreisspitzenklasse unter mehr als 100 Feuerwehren.

Schon im Jahr 1866 wurde ein sogenanntes „Spritzenhaus“ errichtet, das bis 1947 gute Dienste leistete. Im Jahre 1947 wurde sodann der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses beschlossen, das in den letzten beiden Jahren erweitert und umgebaut wurde. In der Vergangenheit und beim Umbau des alten Hauses wurde ein Großteil der Arbeit in Eigenleistung getätigt. Auch bei der Fertigstellung des neuen Gerätehauses packten alle kräftig mit an. Derzeit stehen insgesamt 32 Aktive im „blauen Rock“, davon zwölf Jugendliche in einer Jugendfeuerwehr. Daß zehn ausgebildete junge Damen in Elleringhausen an der „Spritze stehen“, zeigt den großen Gemeinschaftsgeist im Feuerlöschwesen des Dorfes.

Am Wochenende will man den hohen Geburtstag festlich begehen: Nach dem Kommers am Freitagabend im Dorfgemeinschaftshaus steht am Samstag ab 13 Uhr ein „Spiel ohne Grenzen für groß und klein“ auf dem Programm. Ab 20 Uhr geht’s rund beim Festball im Dorfgemeinschaftshaus mit den „Lustigen Wohratalern“. Der Sonntag steht ganz im Zeichen von Feuerwehrwettkämpfen der Seniorenmannschaften bereits ab 9 Uhr. Weiterer Höhepunkt ist der Festzug am Nachmittag.

Bildunterschrift:

STOLZ PRÄSENTIERT sich die Elleringhäuser Jubiläumswehr vor dem neuen Feuerwehrgerätehaus, dessen Bau mit vielen Stunden Eigenleistung unterstützt wurde. Ortsvorsteher Hans Marowski (links) überreichte eine Vereins-Chronik der traditionsreichen Blauröcke. Demnach gehen die ersten Ursprünge der Feuerwehr bis ins Jahr 1865 zurück, als der Gemeinderat beschloß, eine Feuerspritze mit Standrohr für 250 Taler zu bestellen. Ein Jahr später wurden mit Friedrich Gottmann und dem Schmied Friedrich Schnaare auch die Spritzenmeister ernannt. Zu den Gratulanten der Blauröcke gehörte auch Bürgermeister Günter Hartmann (rechts). Am Wochende wird das Jubiläum natürlich mit vielen Gästen und Freunden gefeiert.  (Foto: zvg)

Quelle: Waldeckische Allgemeine vom 21.Juni 1990


Waldeckische Allgemeine vom 25.6.90

VIER JAHRZEHNTE im Feuerwehr-Vorstand: Elleringhausens Wehrführer Winfried Krume zeichnete beim Kominersabend auch Ortsvorsteher Hans Marowsky (links) aus. (Foto: zgg)

Elleringhäuser Wehr feierte Jubiläum

„Beste Bürgerinitiative“

Elleringhausen (zgg). Mit Wettkämpfen und einem Festzug durch das 220-Seelen-Dorf endeten die Feierlichkeiten zum 125jährigen Bestehen der Feuerwehr Elleringhausen. Hilfsbereitschaft, Kameradschaft und Freiwilligkeit hätten in dem Twistetaler Ortsteil „schon immer hoch im Kurs“ gestanden, lobte Kreisbrandinspektor Heinrich Zenke.

Mit der bevorstehenden Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses sowie der für den Herbst vorgesehenen Übergabe des neuen Fahrzeuges falle das Jubiläum ‚erneut in eine Blütezeit der Wehr“, stellte Ortsbrandmeister Albert Fingerhut fest.

Zahlreiche Ehrengäste gratulierten beim Kommersabend im Dorfgemeinschaftshaus zum Geburtstag dieser „segensreichen Einrichtung“, wie der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Kurt Kleinschidt, sagte. Kreisbeigeordnete Elisabeth Sehmsdorf erinnerte daran, daß bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch eine „allgemeine Löschpflicht“ bestanden habe. Geschichtsbürger aus der damaligen Zeit registrierten jedoch „mit Unlust arbeitende, weil zum Löschdienst gezwungene

Bürger“. Als einer der ersten Orte in Deutschland entschloß sich deshalb Elleringhausen, eine Wehr aus Freiwilligen aufzubauen.

„Generationen von Feuerwehr-Männern“ hätten dann in den darauffolgenden Jahrzehnten „Hab und Gut, Leib und Leben ihrer Mitbürger beschützt“, sagte Bürgermeister Günter Hartmann. Die heute 24 Aktiven der Einsatzabteilung und die zwölfköpfige Jugendfeuerwehr Elleringhausens überzeugten immer wieder durch hervorragende Leistungen.

Auch in Zukunft sollten die Feuerwehren „größten Wert auf Freiwilligkeit, Ehrenamtlichkeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit legen“, forderte Manfred Trost, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes. Keine andere Organisation könne so schnell und umfangreich Hilfe leisten wie diese „älteste und beste Bürgerinitiative“.

Mit Urkunden zeichnete Wehrführer Winfried Krume den langjährigen Ortsbrandmei-ster Richard Figge und Ortsvorsteher Hans Marowsky, der seit 40 Jahren dem Vorstand als Schriftführer und Kassierer angehört, aus. Karl Brühmann, Fritz Gerhard, Fritz Krumme!, Fritz Müller, Fritz Rohde, Heinrich Rohde, Karl Rohde, Helmut Schwieder und Fritz Tönepöhl wurden für mehr als 25 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr geehrt. Genau seit einem Vierteljahrhundert sind Willi Hofmann und Willi Osterling dabei.

Das Hessische Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Eisen überreichte Kreisbrandinspektor Zenke an Heinz-Ludwig Peuster und Ralf Müller.

Quelle: Waldeckische Allgemeine vom 25.06.1990


Jahreshauptversammlung der Elleringhäuser Feuerwehr:             

Hans Marowsky wurde verabschiedet

TWISTETAL-ELLERINGHAUSEN (-es-). Nach mehr als 45 Jahren Vorstandstätigkeit bei der Elleringhäuser Feuerwehr hat Ortsvorsteher Hans Marowsky jetzt seinen letzten Kassenbericht abgegeben. Bei der Vorstandswahl stellte er sich nicht mehr zur Wahl.

Wehrführer Winfried Krume verabschiedete Marowsky mit einem Präsent-korb. Die Jahreshauptversammlung der Elleringhäuser Feuerwehr fand im neu hergerichteten Aufenthaltsraum des umgebauten Feuerwehrhauses statt, das im Frühjahr nach Ausführung der restlichen Arbeiten offiziell eingeweiht werden soll.

In seinem Jahresbericht erinnerte Krume an die 125-Jahr-Feier, die die Wehr im Juni beging. Beim Landesfeuerwehr-tag in Korbach nahmen die Elleringhäuser Blauröcke ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug entgegen. Die Eigenleistungen zur Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses einschließlich der Pflasterung des Vorplatzes wurden beendet.

Erstmals nahmen drei Elleringhäuser Feuerwehrmänner an einer Atemschutz-übung in Korbach teil. Das Leistungsabzeichen in Gold errang Frank Theil. Die gleiche Auszeichnung in Silber ging an Bernd Schneider.

Jugendwart Heinz Ludwig Peuster lobte den guten Ausbildungsstand seiner Truppe. Die Jugendlichen nahmen an Wettkämpfen teil und übten sich im Umgang mit dem Gerät.

Grußworte sprachen Bürgermeister Günther Hartmann und Ortsbrandmei-ster Albert Fingerhut. Ortsvorsteher Hans Marowsky dankte der Wehr für ihren Einsatz und legte seinen letzten Kassen- und Geschäftsbericht vor. Nach Ent lastung des Vorstandes wurden alle Positionen einstimmig besetzt.

Wehrführer bleibt Winfried Krume. – Sein Stellvertreter ist Axel Müller, der gleichzeitig die Leitung der Jugendwehr übernimmt. Der bisherige Jugendwart, Heinz Ludwig Peuster, löste Marowsky im Amt des Kassierers ab. Peuster übernahm mit Bernd. Schneider außerdem das Amt des stellvertretenden Jugendwarts.

Als Schriftführerin bestimmte die Versammlung Sylvia Brühmann. Frank Theil wurde Gerätewart. Ihm zur Seite steht Ralf Müller. Als Pressewartin wurde Daniela Göbel gewonnen.

Die nächsten Termine: Am 27. Dezember kommen die Twistetaler Feuerwehren in Ober-Waroldem zusammen. Am 12. Mai finden die Gemeindepokaiwett-kämpfe ebenfalls in Ober-Waroldern statt.

Weiteres zu 1990, Quelle: Waldeckische Allgemeine im Dezember 1990


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