Grünmusfresser

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De Ellerk(h)user Grainmausfretter.

De Ellerkuser oder „Die Elleringhäuser“ hätten eigentlich allen Grund, auf ihren Spottnamen, de Ellerkhuser Grainmausfretter (Die Elleringhäuser Grünmusfresser) stolz zu sein; erinnert er doch an einen wohl uralten Brauch, der noch bei unseren Großeltern und Urgroßeltern Gang und Gäbe war.

So gingen sie nämlich im Vorfrühling, wenn’s draußen wieder sonnig, wärmer und insbesondere auch grün werden will, an die dorfnahen Hecken und Gebüsche und suchten dort allerlei Kräuter, die sie dann kochten und als Gemüse auf den Tisch brachten (Das sogenannte Heckengemüse).

Es waren nur ganz bestimmte Kräuter, die sie sammelten. Alles solche Pflanzen, von denen die heutige Wissenschaft aber erklärt, dass sie zur Reinigung und Erneuerung des Blutes und zu manch anderer Grundreinigung des Leiblichen beitragen.

Unsere Omas, Opas und andere Vorfahren führten so also nach den langen, kalten und anno dazumal auch sehr beschwerlichen Wintermonaten eine regelrechte Frühjahrskur durch. Und es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass sie sich über Wirkung und Heilweise der einzelnen Pflanze auch nur im Geringsten im Klaren waren.

Text erweitert, Quelle: Referenz- und Urheberrechts-Link
Ein Gänseblümchen zum Frühlingssalat?
Heckengemüse – Reiniger fürs Innere

Im nordhessischen ähnelt doch das „Heckengemüse, das die Ellerkhusener so gern fraßen“ übrigens der eher südhessischen „Grünen Soße“ und da ist mal alles drin, was der Garten im Frühjahr so herzugeben weiß. Die typischen Zutaten sind Borretsch, Dill, Petersilie, Pimpinelle, der Sauerampfer und immer mit dabei, der Schnittlauch. Um dem Ganzen etwas spritzige Würze zu bereiten, darf allerdings die Zitronenmelisse nicht fehlen. Die Zutaten lassen sich natürlich durch „echte“ Wildkräuter ersetzen.

Brennnessel, Löwenzahn oder Gundermann, auch mal Giersch, vielleicht ein Gänseblümchen dazu? Von der Knoblauchrauke und Wiesenschaumkraut hört und liest man, dazu darf der Bärlauch nicht fehlen. Sie alle gehören zu den ersten wilden Kräutern eines jeden Frühjahrs. Und auf der Basis dieser wilden Kräuter und so einigem winterfesten Kellergemüse wie Grünkohl oder Spinat, man nahm auch schon mal die „Schnitzel von der Runkel“, die dem Rettich wohl ähneln mag, lässt sich eine herzhaft würzige stärkende und reinigende Suppe zaubern. Die in den Gemüsen enthaltenen Bitterstoffe schaffen Wundersames bei der Reinigung von Magen und Darm; regen sie doch den gesamten Verdauungsprozess so richtig zünftig an.

Denn die „Bitterkräuter“ geben Leber, Niere, Galle und Bauchspeicheldrüse einen kräftigen Schub zum Frühjahrsputz. Raus mit dem alten Winterdreck, der Sommer wird’s uns danken.

Rezepte gibt’s übrigens reichlich dazu. Frag ganz einfach mal Deinen Browser oder besser noch, die Oma.

31.01.2023 zusammengetragen von meinem Leben auf dem Bauernhof


Waldecker Ortsspott Ludwig Bing, KH Göbel 10.02.2023

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