Bau der Berghütte

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Gemeinschaft macht stark

Eines Tages begab es sich, das einige junge Männer mit ihren Mädels zusammen saßen, Fläschchen Arolser Pils zur Hand, nicht wirklich einen Plan, wohin, was geht, oder was anzustellen die beste Option, um dem Schergendasein Tribut zu zollen.

Also dachte sich der Trupp, wir brauchen einen Platz zum Sitzen, Quatschen, Stuß erfinden und Kamellen ausprobieren, wir brauchen eine Hütte, in der Feiern unabhängig vom alltäglichen Kneipentreiben, unabhängig von Dorfsitte und Vorgabe, unabhängig vom Gesetzesvormund; wir bauen uns ’ne Ecke, wo Bier schmecken darf und der Schergenwelt keine Grenzen gesetzt sind.

Aber wie…

Henner sagt, lasst uns n Bude bauen, Kalla interveniert, zu teuer. Seppel meint, in nem Baumhaus läßt sich auch nicht wirklich was angehen, Griesen Horst denkt, was ist der Plan. Der Tü hat die Idee, eine Bude aus Holz gezimemrt, das kriegen wir doch hin. Und Impel garantiert die ordnungsgemäße Verkabelung. Alles im Lot, meint der Jumbo, die Wasserleitungen übernehm ich.

Henner denkt nach, kommt mit einem Vorschlag: „An Hermanns Hütte, im Kirchtal, da oben bei der Quelle im Teufelsloch, das geht, oder?“

„Naja, Fasti den Jagdfuzzi fragen können wir ja mal, vielleicht hat er auch noch n Hunderter übrig für das Dorfjugendgeschehen, fagen kost nix“, meint Zünder, und die Mädels bejahen, in Gedanken schon bei Salat, Grillabend und Schmuseecke… „Die Jungs machen das schon“, sagt die Bruni, Renate bekräftigt und Borni ist der Ansicht, „es sollte auch ne Toilette draußen sein, drinnen aber ne Heizung.“

„Nichts ist wichtiger als warm“, meint Ingrid, und alle freuen sich über die rege Beteiligung.

Gesagt getan, der Plan steht, wird aber nix draus, weil Fasti der Jagdaufseher mit seiner Pacht zu nahe am Geschehen wäre – oder andersrum halt. „Hermannshütte? Nix gibt’s“, sagt der Flintenputzer, „zu nah an meinen Wildschweinchen, zu laut wenn ihr da Deep Purple, die Sweet oder Slade am toben habt und die Wildtierschar in den Tiefen des Langen Wald sich vertümmelt. Da wird mal garnix gebaut.“

Also eine Alternative finden, doch wo denn nur. Tü kommt mit der Idee schlechthin, „der Eselsberg sollte wohl passen.“

Und erneut, Guter Dinge an den Tag, die Jungs los, Infos checken, Platz ok, wer zahlt was? Fasti, der Wildhirt kann doch was dazu geben, wenn wir dem schon nicht die Bude tyrannisieren mit unserer Mucke. Gute Idee noch einmal und der macht tatsächlich auch einen halben Tausi locker, damals in Deutschen Märken, was echt ne Menge Kohle war.

Eines Abends aber, als die Bande der Eselsbergbebauung voller Eifer den Plan durchdenkt, kommt die Kruxfrage, wie denn die Wände, Dach und Fundament zu schaffen seien, die Kohle reicht nicht, die Energie hingegen schon, und wieder ists einer der Älteren der Jungen Leut, der den Einfall vorbringt.

„Wir schauen mal, was das Umfeld so an natürlichen Produkten hervorbringt.“ Und siehe da, ein Ausflug zur Lage der Ellerkusener Eisenhütte – oder wo die mal gestanden war – ergibt den Fund von schönen Baumaterialien, deren Ursprung hier nicht im Detail gelistet sein sollen, aber durchaus günstig erworben, äußerst zuträglich waren im Bau einer Holzhütte, die viele Jahre als Herberge zu Spaß, Feier, Fest und frohen Mutes dienen sollte.

Auch heute noch ist die Berghütte ein beliebtes Ziel für Jung, Alt, Kreuz und Quer und wird nach all den Jahren sicher noch so einige Festivitäten sehen.

Geklaut, gebaut, organisiert und manifestiert, zusammengetragen was gefunden, gespendet oder arrangiert werden konnte, die Einsatzfreudigkeit der jungen Gruppe an Zuarbeitenden war unbegrenzt, die Dynamik konnte sich sehen lassen. Man schuf etwas, das Bestand haben sollte.

Das Fundament mit Karren und Eimern hoch zu schleppen, kam nicht in Frage, so ersann man sich einer Tüftelei. Rohre vom Eselsberg nach unten verlegt, den Kies mit dem Laster angefahren, und mit der Schüppe ins Rohr verbracht, kam auch mal eine Flasche Bier mit nach unten, wo die anderen aus den zugeflößten Materialien schon fleißig den Beton mischten. Die Bierflaschen machten allerdings meist einen schlechten Eindruck als sie gemeinsam mit Sand, Kies, so manchem Stein das Rohr passierten. Glas und Bier gehört aber ja auch dazu zu solch einem Bau.

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