Elleringhäuser Eisenhütte

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Erinnerungen an eine Zeit der Meiler, Hochöfen und Holzfuder.

Nebenstehendes Wasserlaufprinzip und Baugrundzeichnung zur bildlichen Darstellung einer ehemaligen Eisenhütte in Rheinlandpfalz.

Quelle https://www.kuladig.de Bei Urheberrechtsanspruch bitten wir freundlichst um eine Nachricht. Vielen Dank.
Grafik bitte nicht erneut kopieren und anderweitig verwenden. Danke


Zusammenfassend und basierend auf dem Werk:

Die Eisenhütten und Hämmer des Fürstentums Waldeck

Ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte der Deutschen Eisenindustrie.

Von Dr. Gottfried Mannel, Arolsen, aus dem Jahre 1908

Ablichtung der Buchinnenseite

Vorwort und gleichzeitig Einleitung zu dem Hintergrund einer Eisenhütte in der Gemarkung Elleringhausen
(Ein Auszug aus dem Text von Dr. Mannel)

„Die vorliegende Arbeit hat sich zur Aufgabe gestellt, das Schicksal eines Industriezweiges des Fürstentums Waldeck zur Darstellung zu bringen, dessen Erlöschen die wirtschaftliche Struktur des Landes vollständig verschoben, hat. Bereits C Curtze hat in seiner Geschichte und Beschreibung des Fürstentums Waldeck 1850 gelegentlich auf eine hervorragende Bedeutung für das Land hingewiesen, ohne jedoch diesen Hinweis im Einzelnen zu begründen.

Seitdem ist die ehemals so blühende Waldeckische Eisenindustrie der Hütten und Hammerwerke gänzlich erloschen und mehr und mehr verschwinden auch noch ihre letzten Spuren von den Städten ehemaligen regen Gewerbefleißes.

Die Edertalsperre, deren Bau für die Regulierung der Weserschifffahrt geplant ist, wird mit der Beseitigung des Dorfes Berich eine weitere Veränderung in der Physiognomie des Ländchens herbeiführen und einen Ort von der Bildfläche verschwinden lassen, dessen Namen vor Jahrhunderten im Lande Waldeck mit demselben Stolz genannt wurde wie heute etwa das „Essen Krupps“. Nicht uninteressant ist es zu erfahren, dass gerade die erwähnte Edertalsperre das bisher größte Unternehmen dieser Art in Deutschland werden soll. Die hierzu nötige Sperrmauer wird eine Höhe von 40 Metern erhalten, die Ausdehnung des Staubeckens beträgt 25 Kilometer und umfasst ungefähr 2 Millionen Raummeter Wasser. Die Länge des Staubeckens erstreckt sich über die waldeckischen Grenzen hinaus bis in den preußischen Kreis Frankenberg, der Warburg – Marburger Bahnlinie. Durch diese Anlage der Edertalsperre verschwindet außer Berich auch das waldeckische Dorf Bringhausen.

Berich war der Hauptsitz der waldeckischen Eisenindustrie. So wenig auch die heutigen Verhältnisse noch daran erinnern. Es musste daher in der vorliegenden Arbeit auf den Bericher Betrieb das Hauptgewicht gelegt werden, zumal auch das Aktenmaterial über Berich relativ am vollständigsten für gewisse Fragen überhaupt das einzige Aufschluss gebende war.

Im Übrigen aber legte die Lückenhaftigkeit des Aktenmaterials, die ja bei archivalischen Studien fast überall zu beklagen ist, der Bearbeitung die größten Schwierigkeiten in den Weg. Die Akten befinden sich zurzeit im Marburger Archiv. Wohin sie behufs, Sichtung und Ordnung überführt worden sind, dass ein Stücken außerordentlich umfangreiche Material über die Waldeckische Eisenindustrie, auf das die vorliegende Arbeit sich stützt, war zwar einigermaßen schon chronologisch geordnet, jedoch bei weitem nicht in dem Grade, wie es im Interesse einer genauen Durchsicht wünschenswert gewesen wäre.

Zur Überwindung dieser Schwierigkeit gaben mir die Herren Archivdirektor Geheimrat Doktor Koenecke sowie die Herren Archivare Doktor Grotefend und Doktor Dersch in Marburg a/L. so manchen dankenswerten Rat, wie sie auch sonst mir mit Auskünften in liebenswürdiger Weise an die Hand gingen. Ich ergreife gern die Gelegenheit, Ihnen auch an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank auszusprechen, ebenso dem Herrn Landesdirektor, Präsident von Saldern zu Arolsen. Welcher mir die Benutzung des Archivs bereitwilligst gestattete.

Eine nennenswerte Literatur über den zur Behandlung stehenden Stoff hat der Verfasser gleichfalls nicht vorfinden können, es hat sich doch noch keine berufene Feder mit der Darstellung einer waldeckischen Wirtschaftsgeschichte befasst. Die Angaben Curtzes sind keineswegs ausreichend, in vielen Fällen aber durchaus unzuverlässig. So musste denn der Verfasser sich darauf beschränken, die in älteren Landeskunden, Reisebeschreibungen, Zeitschriften und ähnlichem Material verstreuten Notizen sowie sie Bezug auf die vorliegende Arbeit nahmen, zu sammeln. Freilich konnte er eine auch nur annähernde Vollständigkeit hierin nicht erreichen, da die Schriften vielfach in Privatbesitz und nur schwer zu erlangen sind.

Immerhin gibt der Verfasser sich der Hoffnung hin, ein wenigstens in den Hauptzügen vollständiges Bild der waldeckischen Eisenindustrie vom Ende des 16. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gezeichnet zu haben. Wenn er durch eine Arbeit Anregungen zu weiteren ähnlichen Versuchen gegeben haben könnte, würde er sich reichlich belohnt sehen.

Am Schluss drängt es mich, allen den Herren meinen verbindlichen Dank auszusprechen, die mir mit wertvollem Rat und Tat zur Seite gestanden haben, insbesondere den Herren Geheimerat Professor Doktor Kirchner und Geheimerat Professor Doktor Zirkel in Leipzig.

Ganz besonderen Dank aber schulde ich meinem hochverehrten Lehrer, dem bekannten Historiker und Wirtschaftsgeschichtler Geheime Hofrat Professor Dr. Karl Lamprecht in Leipzig, der durch seine wohlwollende und freundliche Unterstützung, sowie durch die mir stets in reichem Maße erwiesene Güte die folgende schwierige Arbeit wesentlich förderte.

Leipzig im April 1907

Gottfried Mannel.

Geschichtsblätter für Waldeck und Pyrmont. Herausgegeben vom Geschichtsverein für Waldeck und Pyrmont
Ablichtung der Innenseite der Geschichtsblätter für Fürst von Waldeck und Pyrmont, 8. Band, 1908, Quelle: archive.org

Historie

Vorerst einiges zur Historie der Eisenhütten und warum es so etwas Spezielles, von dem kaum noch jemand weiß, überhaupt im kleinen Ellerkusen gegeben hat.

Geografisches

Die Akten des Fürstlich Waldeckischen Archivs befanden sich seit längerer Zeit zum Ordnen im Königlich Preußischen Archiv zu Marburg, und dort erwähnen sie die Waldeckische Eisenindustrie zuerst im Jahre 1601, und erstrecken sich über das ganze 17., 18. und die erste Hälfte des 19. Jahrhundert bis zum vollständigen Eingehen der Waldeckischen Eisenindustrie um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Geschichte dieser einst bedeutenden Industrie darzustellen sowie die Gründe für ihr Verschwinden zu untersuchen, setzte sich der Verfasser Dr Mannel zur Aufgabe.

Grundsätzlich geht es zuerst einmal um Wald, denn in der Region des Fürstentum WALDeck, einem (damals) Eintausendfünfundfünfzig Quadratkilometer umfassenden Gebiet mit vielen Hügeln, Bergen, Tälern und für die damalige Landwirtschaft recht unwirtschaftlich anmutenden Landstrichen, bot sich die Nutzung der Waldbestände an.

Interessant sind die zugrunde liegenden Zahlen (in Hektar): So bestand die Gesamtfläche aus knapp dreiundvierzigtausend Hektar Wald und Forst, nahezu siebenundfünfzigtausend Hektar bebauter Fläche (also Ortschaften, Städte, Höfe) jedoch nur siebeneinhalbtausend Hektar Weiden und Ackerland, sowie eintausendvierhundert Hektar Ödland, also seinerzeit nicht zugängliches Terrain.

Auffallend groß ist also der Waldanteil im Verhältnis zu den Nutzflächen für Acker und Weiden.

Dies erkläre sich, so Dr Mannel, aus der geographischen Konstitution, nämlich einem recht bergigen Charakter der Region. So liegen die höchsten Erhebungen in der südwestlichen Hälfte des Fürstentums, die von einem Teil des Rothaar- und des Rotlagergebirges eingenommen werden. Das Gebirge steige hier auf eine Höhe von achthundert Meter und darüber(…)

Ausgedehnte Ebenen fehlen der Region völlig, es sind vorrangig kleinere Hochplateaus mit welliger Oberfläche. Außerordentlich reich sei das Fürstentum Waldeck an größeren und kleineren Wasserläufen, die als Zuflüsse der beiden waldeckischen Hauptflüsschen Eder und Diemel ihr Wasser der Weser zuführen. Die Diemel die am Hohen Pön, einem der höchsten Punkte des waldeckischen Gebirgslandes entspringt, durchfließt einen großen Teil Waldecks, und verlässt es bei dem Dorf Wrexen. Durch seinerzeit häufige Überschwemmungen und Ufereinrisse entstanden der Region regelmäßig große Schäden.

Schiffbare Flüsse fehlten damals vollkommen in der Region, und die wichtigen Handelsrouten zogen sich von Frankfurt a.M. nach Bremen sowie von Köln nach Leipzig. Die Landstraßen folgten meist den kurvigen Windungen der Täler und den darin verlaufenden Flüssen. Doch es waren eher die kleineren Bäche und Flüsschen, die das Wasser durch die Gemeinden führten, und an denen sich die Getreide- und andere Mühlen und im hiesigen Falle auch die Eisenhütten und Eisenhämmer lohnten.

Geologisches

Im nordöstlichen Teil, etwa ein Drittel des Landes, befindet sich Sandstein, der insbesondere bei Wrexen, in der Mitte des Waldecker Landes am Schloss und bei Stadt Waldeck, sowie im Osten bei Züschen zu finden sei (…)

„Durch eine vom Dorfe Borntosten im Preußischen an Adorf, Wirmighausen, Helmscheid nach Lelbach und Lengefeld hinlaufende, dann die Orte Nordenbeck, Niederense und Goddelsheim, Immighausen, Itter, Vöhl, Oberwerbe Affoldern, Wildungen und Braunau berührende Grenzlinie wird dieser nordöstliche Teil von dem südwestlichen geschieden.“

Dr Mannel, 1907

Die Gesteinsarten der Region Waldecker Land bestanden (und bestehen natürlich auch heute noch) aus Sandstein, Ton, Quast, Granit und Schiefer als auch Kalkstein und sogar schwarzer Marmor. Doch auch Kupferschiefer und einhergehend Mergel, Gips und Rauhkalk lagern an den unterschiedlichsten Stellen des Waldecker Land.

Eisenerze findet man im Nordosten des Landes nicht, der südwestliche Teil der Region hingegen war bis zum Beginn des 19. Jahrhundert reichhaltig mit Erzgestein gesegnet. Doch der Abbau galt als sehr schwierig und wurde daher schon früh aufgrund der einhergehenden Kostenintensität eingestellt.

Allerdings haben sich die Waldecker durch die schwere Rackerei nicht vom Erzschürfen abhalten lassen.

„Eine eingehende Schilderung des Strebens und der Bemühungen, die Eisenindustrie im Lande zu heben und zu erhalten, gibt Dreves in seinem „Abriss der Waldeckischen Bergwerksgeschichte, der wir kurz folgendes entnehmen. In der Mitte des 13. Jahrhunderts soll der waldeckische Bergbau begonnen haben, veranlasst durch die Beobachtung, dass der Sand des Eder Flusses und das Gestein des Eisenbergs Gold enthielten. Schon damals wurde auch nach reinem und silberhaltigen Kupfer sowie nach Blei gegraben. Die Gewinnung dieser Metalle war aber so gering, dass die Betriebe schon nach kurzer Zeit wieder einschliefen (…)

Der Eisenerzabbau blieb allerdings aufgrund der damaligen Kriege und Fehden einigermaßen in Betrieb, so dass weiterhin und insbesondere im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert in „allen Teilen des Landes“ nach Eisenstein geschürft wurde. All die Versuche haben allerdings nur vorübergehende Bedeutung gehabt und das einzige Bergwerk des Fürstentums Waldeck war und ist bis auf den heutigen Tag das Bergwerk auf dem Martenberge bei Adorf, das in seinen verschiedenen Gruben und Benennungen auch verschiedene Sorten Eisenstein enthielt.

So hat Adorf Roteisenstein von 30 – 50 Prozent, was häufig mit Quarz, Hornstein und Jaspis vermengt ist. Dieser wird mit dem bei weitem ärmeren Ton und Kalkartigen Eisensteingattungen beschickt, dass derselbe keines anderen Zusatzes von Kalkstein bedarf und die ganze Beschichtung 28 – 40 Prozent liefert. Die von diesem Gemisch fallenden Schlacken sind grünlich schwarz und bei flottem Gange des Ofens hellgrün.

Das Roheisen ist gut zum Verfrischen und gibt auch gute dauerhafte Formwaren. Die Ausbeute dieser Gruben genügte, sämtlich Hütten des Fürstentum Waldeck mit den verschiedensten Sorten Roteisenerz zu versorgen.“

Dr Mannel, 1907

Die Zutaten des Eisens bestehen aus oben genanntem Eisenstein, welches man heute Eisenerz nennt, dem entsprechenden Hochofen in welchem das Erz erhitzt und das Eisen selbst von der sogenannten Schlacke getrennt wird (das sei hier einmal ganz versimpelt dargestellt) und daher natürlich einer Unmenge an Kohle, um die Öfen zu befeuern oder eben reichlich Holz, um selbiges zu erreichen, nämlich Hitze.

„Wie stark die Gruben bei Adorf noch im Jahre 1837 betrieben wurden, trotzdem der Eisenstein meist „nach dem Auslande“ ging, berichtet uns ferner Dreves. Wenn er uns mitteilt, dass dieser Betrieb damals noch gegen vierzig Bergleute beschäftigt, welche jährlich 4 – 5000 Fuder (zu neuen Scheffel) Eisenstein förderten. Dieser Eisenstein, obgleich hin und wieder etwas arm, ist von vorzüglicher Reinheit und liefert Eisen von einer Güte, welche ihm schon seit Jahrhunderten einen dauernden Ruf gesichert hat. Die Lagerstätten, auf welchem die Martenberger Gruben bauen, sind von sehr bedeutender Ausdehnung und Mächtigkeit und werden, wenn auch bereits stark angegriffen, und in technischer Hinsicht früher sehr fehlerhaft bewirtschaftet, das Bedürfnis der Hütten noch auf unabsehbare Zeit decken. Das Haupthindernis der besseren Einrichtung dieses Bergwerks lag von jeher in den Verhältnissen der bauenden Gewerkschaften, welche mit der Martenberger Eisenstein Lagerstätte in einhundertsechzehn bis einhundertachtzehn einzelnen Gruben beliehen sind.“

Dr. Mannel, 1907

Die schwierige Beschaffung des Eisenerzes, die separate und somit kostenintensive Verwaltung der Gruben und andere Faktoren wie die Zerstückelung des Bergwerkeigentums ergab schließlich, dass ein Oberberginspektor eingesetzt wurde, um Mängel aufzudecken, Vorschläge zu unterbreiten, wie die Rentabilität der Gruben zu steigern sei. Ebenso wichtig wie die Beschaffung des Erzes, war die Beschaffung des Brennmaterials.

Die waldeckischen Hütten waren alle von große Waldgebieten umgeben, so dass man anfangs das Holz selbst in den Öfen verfeuerte, um die enorme Hitze von eintausendfünfhundert Grad zu erreichen. Später verwendete man das Holz, um es in Meilern zuerst zu Holzkohle umzuformen, um dann damit die Hochöfen zu befeuern. Das Resultat durch die Verwendung von Kohle waren gleichmäßigere Temperaturen sowie eine sauberere Trennung der Schlacken vom Eisen. Allerdings ging man später wieder zur Rohholzlieferung und somit dessen Verbrennung zurück:

„Die Kohlen wurden in Meilern gewonnen, die oben spitz zuliefen. Dieser Umstand ist nicht ganz unwichtig, wie eine aus dem Jahr 1758 vorliegende Beschwerde des Waldeckischen Forstamtes gegen das Hannoversche Bergamt Clausthal beweist. Sie führt darüber Klage, dass letzteres einen Kohlenhaufen, das heißt Meiler habe anfertigen lassen, auf dem die 3. Etage oder die sogenannte Haube oben nicht spitz zulaufe sondern das Holz dergestaltet gerichtet sei, dass sie auf der obersten Höhe im Durchschnitt sieben Fuß breit blieb. Auf diese Weise könne man Ein bis Anderthalb Fuder Kohlen mehr erhalten, was bei sechzig Schock im Jahre sechzig bis neunzig Fuder ausmache. Hatte man so bisher den Werken ihr Brennmaterial in Form von Holzkohlen geliefert, so kehrte man im 18. Jahrhundert zur früheren Methode zurück und gab an die Hütten und Hämmer unverkohltes Holz ab. Die Lieferung der fertigen Kohlen scheint sich also nicht bewährt zu haben. Der Bericht über diesen Wandel stammt aus dem Jahre 1798. Er besagt folgendes: „Früher wurde das Hauen des Kohlholzes unter einer Anzahl Hausleute (30 – 40) z.B. aus Usseln, respektive aus dem nächstliegenden Dorfe vergeben, jedoch ohne Aufmalterung, sowie die völlige Verkohlung zu besorgen, künftighin wird das Holz 6 Fuß lang, 4 Fuß breit und 4 Fuß und 2 Zoll hoch gehauen.“

Dr. Mannel, 1907

Im Kreis der Twiste

Ablichtung der Buchseite 33 zur Ellringhäuser Hütte

Am Oberlauf des Twisteflusses und von ihm angetrieben stand die „Ellringhäuser Eisenhütte“. Sie war von Arolsen etwas mehr als sieben, von Korbach etwa zwölf und von Wildungen knappe achtundzwanzig, sowie vom Martenberge (Grube Christiane in Diemelsee-Adorf, wo heute noch Führungen zum Eisenerzbergbau stattfinden) dreiundzwanzig Kilometer entfernt. Aus den Akten ließ sich ihre Lage nicht genau bestimmen, doch durch die freundliche Unterstützung des Herrn Bürgermeisters Göbel, Elleringhausen erhielt der Verfasser (Dr. Gottfried Mannel) Nachricht über die damalige Lage der Hütte:

„Die ehemalige Ellringhäuser Hütte lag etwa 230m von dem Vizinalweg (Anmerkung, Definition Wikipedia: Nebenweg zwischen zwei Orten) nach Braunsen, der die Staatsstraße Wildungen – Arolsen schneidet. Dieser Vizinalweg durchschneidet hier die Stelle und hat zur Rechten die sogenannte Hüttenwiese und zur Linken das Hüttenland. Die Hütte lag dicht an der Twiste, wurde von ihr getrieben und heute noch findet man Eisengussteile und Schlackenbänke im Fluss, woraus zu schließen ist, dass die Hütte bestimmt hier gestanden hat. Im Volksmund heißt diese Gegend der „Twister Grund“.

(Nebenverweis: Kappelmühle, da unmittelbar angrenzend an die Ellringhäuser Eisenhütte)

Nach den „Varnhagenschen Aufzeichnungen“ hat die Eisenhütte zwischen Bilstein und der Papiermühle gestanden und soll in den Jahren 1740 – 1744 abgebrochen worden sein.

Weitere Eisenhämmer und Eisenhütten in der unmittelbaren Umgegend von Ellerkusen

Der Hammer zu Braunsen, der heute noch dem Namen nach, (Feldgemarkung) jedoch nicht als (Eisen-) Hammer existiert, in der Nähe des heutigen Dorfes Braunsen. Von Arolsen war er siebeneinhalb Kilometer und von der hessischen Grenze fünfundfünfzig Kilometer entfernt.

Der Lefringhäuser oder Levringhäuser Hammer bei Landau. Da es sonst keine Örtlichkeit Lefringhausen in Waldeck gibt (gab), nahm man (Mannel) an, dass die bei Landau gemeint sei.

Die Wetterburger Hämmer, oft auch als „Pohlmanns Hämmer“ bezeichnet, lagen wahrscheinlich dort, wo die Campagne-Mühle sich befand (befindet).

Der Külter Hammer, der in den damaligen Akten auch Külter Eisenblechwerk genannt wurde, befand sich dort, wo die Külter Mühle stand (steht).


Eisenhütten frassen viel Holzkohle

BLICK ZURÜCK Die alte Geschichte von der Hoznot – Teil 3
VON KARL-HERMANN VÖLKER
Frankenberger Land – Eine der ganz wesentlichen Ursachen für die sogenannte Holznot“ in früheren Jahrhunderten war eine Übernutzung des Waldes bei der Gewinnung von Holzkohle durch die weit verbreitete frühindustrielle Köhlerei. Es gab in unserer nordhessischen Region eine große Zahl von dort angesiedelten Eisenhütten und – schmieden mit bis zu sechs Meter hohen Hochöfen, die Riesenmengen Holzkohle fraßen. Es war leichter, das Eisenerz heranzutransportie-Ffl als die weitaus größeren Mengen an Holzkohle. Köhler konnten auch abgelegene Plätze in den Buchenwäldern für ihre Meiler nutzen.

Unter anderem die Werke des großen Frankenberger Formenschneiders und späteren Stadt-Namensgebers Philipp Soldan zum Beispiel wurden hier gegossen. „In den Jahrzehnten nach 1540 erlebte die Hainaer Hüttenindustrie ihre Blütezeit, und ihr Verkaufsschlager wurden die gusseisernen Öfen“, berichtet Professor Helmut Burger (Biedenkopf). Nach den im Klosterarchiv aufbewahrten alten Rechnungen wurden zwischen 1555 und 1699 nicht weniger als 6.138 solcher Ofen hergestellt, wobei die Zeit des Dreißigjährigen Krieges
(161848) mit ihren vielen Stillständen noch nicht berücksichtigt ist.“ Abnehmer waren neben den Landgrafen auch zahlreiche hessische Adelshäuser, aber auch Stadtregierungen und vermögende Bürger.
Manfred Albus (Frebers-hausen), früherer Leiter der Stiftungsforsten Haina, glaubt, dass man „den starken Aderlass“, den die Hospitalswälder in dieser Zeit erlitten, nur erahnen könne. Der Holzkohlebedarf war so groß, dass teilweise sogar wieder im Niederwaldbetrieb gewirtschaftet werden musste.“

Erst mit der Einstellung des Fischbacher Hütten- und Hammerwerks nach 1866, wo übrigens auch landgräfliche Kanonen gegossen worden waren, ging auch die Doppelbelastung der Stiftungsforsten durch den Wegfall des Köhiereiholzes zu Ende, stellte Albus fest und wies darauf hin, dass aber, anders als in den übrigen landgräflichen Territorien, die umfäs-sende Hainaer Forstordnung die Waldnutzung sehr viel weitreichender regelte. Es gab Regelungen zur Pflege der Eiche, die in Hainas Waldbau eine wichtige Rolle spielte, und zum Verkauf von bearbeitetem Rohholz, weil z. B. der Eigenbetrieb einer Schneidemühle und der Verkauf von Eichen-Dielen eine Hainaer Spezialität war. Es waren sogar Baubesichtigungen durch Förster vorgeschrieben, um den Holzbedarf zu überblicken.

Das Ausmaß der Verwüstung der Wälder durch die Köhlerei lassen durch archäologische Laser-Scanaufnahmen gewonnene, hochaufgelöste Geländemodelle erahnen, die für Hessen flächendeckend vorliegen. Darauf sind die Spuren von vielen hundert .‚Meilerplatten zu entdecken. Sie überziehen zum Beispiel, wie eine spezielle Forschung zum Gebiet des Nationalparks Keller-wald-Edersee zeigt, dieses Gebiet mit einer durchschnittlichen Dichte von 23 Meilerplatten pro Quadratkilometer.

FOTOS: KARL-HERMANN VÖLKER
Foto links: Ein Kohlenmeiler als Dekoration: Anders als auf dieser schönen Stadtansicht von Battenberg mit Meiler und Köhlerhütte, angefertigt 1845 von H. Huber, war die Gewinnung von Holzkohle in unseren Wäldern alles andere als romantisch. Die Köhler zogen auch zu abgelegenen Waldplätzen, um den Kohlenbedarf für die frühe Eisenindustrie zu decken.

Foto rechts: Meilerplatten, dicht an dicht: Welche Mengen an Köhlerstellen allein auf diesem kleinen Waldstück westlich vom Dorf Dodenau (rechts unten) lagen, zeigt diese archäologische Laser-Scanaufnahme, die dort auf dem Köhler-Lehrpfad am Wildgehege zu sehen ist.

Quelle: Leider nicht bekanntes Datum, Artikel wahrscheinlich aus der WLZ. Archiv KH Göbel


Die Ellringhäuser Eisenhütte, ein Beitrag zusammengefasst von Rolf Göbel.

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