Dorfquelle

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Die Elleringhäuser alte Dorfquelle

Elleringhausen wurde über Jahrzehnte von einem Hochbehälter aus, ohne das Wasser pumpen zu müssen, mit gutem, eisenhaltigem Trinkwasser versorgt. Dies geschah aufgrund des „hydraulischen Ausgleichs“ der den Namen schon beschreibt, nämlich der HOCHbehälter. Dieser muss oberhalb der Häuser im Ort liegen, damit das Wasser mit einem Gefälle zu den Abnehmern fließen kann.

Im Bild die Quelleneinfassung erkennbar an den Metalldeckeln und in der Mitte der Behälter, der das Wasser der beiden Quellen aufnimmt und über Rohre dem Hochbehälter unter der Ellenburg zuführt.

Es wurde anbei auch ein kleiner Teich angelegt, der nach einer kleinen Wanderung durch das idyllische Teufelsloch oder das Kirchtal zum Verweilen einlädt.

Der Hochbehälter

Der hydraulische Effekt eines Hochbehälters bezieht sich auf die Auswirkungen, die der Behälter auf das Wasser- oder Flüssigkeitssystem hat, mit dem er verbunden ist. Hochbehälter dienen in der Regel der Speicherung und Verteilung von Wasser, insbesondere in Wasserversorgungssystemen.

Die hydraulische Wirkung eines Hochbehälters umfasst mehrere Aspekte:

  1. Druckausgleich: Ein Hochbehälter gleicht Druckschwankungen im System aus. Wenn der Wasserbedarf in einem Netzwerk schwankt, zum Beispiel aufgrund von Spitzenlastzeiten oder Änderungen im Verbrauchsmuster, kann der Hochbehälter Wasser aufnehmen oder abgeben, um den Druck im System stabil zu halten.
  2. Druckregulierung: Hochbehälter ermöglichen es, den Druck in einem Wasserversorgungssystem auf einem konstanten Niveau zu halten. Dies ist wichtig, um sicherzustellen, dass das Wasser mit ausreichendem Druck zu den Verbrauchern gelangt. Der Hochbehälter kann den Druck durch Anpassung der Wassermenge, die er freisetzt oder aufnimmt, regulieren.
  3. Reduzierung von Druckspitzen: Bei plötzlichen Änderungen im Wasserbedarf, beispielsweise durch das Öffnen oder Schließen großer Ventile oder durch den Betrieb von Feuerlöschsystemen, können Hochbehälter als Puffer dienen, um Druckspitzen abzufangen und ein abruptes Ansteigen oder Absinken des Drucks im System zu verhindern.
  4. Sicherstellung einer kontinuierlichen Versorgung: Hochbehälter stellen sicher, dass eine kontinuierliche Versorgung mit Wasser gewährleistet ist, auch wenn die Förderung oder Zufuhr von Wasser aus anderen Quellen vorübergehend unterbrochen ist. Bei einem Ausfall der Wasserversorgung kann der Hochbehälter den Verbrauchern weiterhin eine gewisse Zeit lang Wasser zur Verfügung stellen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die hydraulische Wirkung eines Hochbehälters darin besteht, die Stabilität des Wasserdrucks im System sicherzustellen, Druckschwankungen auszugleichen, den Druck zu regulieren und eine kontinuierliche Wasserversorgung zu gewährleisten.

Die niedrigere Zusatzquelle an der Limecke

Als jedoch die Familie Böttcher von der Elleringhäuser Dorfmitte aus zu einem neu erbauten Hof aussiedelte und Kurt Kleinschmidt sowie Karl Götte ihre neuen Häuser hochgelegen am Korbacher Weg erbauten, kam, da die natürliche Höhe des Hochbehälters nun nicht mehr ausreichte, kaum noch Wasser in diesen Häusern an. Es musste eine Lösung gefunden werden, und die war wie folgt.

Eine weitere, recht stetig wasserführende Quelle befindet sich im Waldstück Richtung „Jagdhütte“ auf der rechten Seite im Tal neben „Ralf Müllers Garten“.

Das im Jahr 1934 errichteten Gebäude, das im Foto links mit der Inschrift 1934 bezeichnet zu sehen ist, steht ein Pumpenwerk, welches das Wasser aus dieser niedriger gelegenen Zusatzquelle bei steigendem Wasserbedarf in den höher gelegenen Hochbehälter pumpte.

Dieses zusätzliche Nachfüllen des Hochbehälters wurde erst notwendig, als der Gesamtwasserbedarf im Dorf anstieg, nämlich einerseits durch höheren Verbrauch in den einzelnen Häusern (Badetag zwei oder mehrmals die Woche oder die Einführung der schnellen Dusche, Toilettenspülung usw. usf.)

Als zudem wie oben bereits erwähnt, Böttchers Aussiedlerhof und oberhalb von Zimmermann, also früher Schreinerbetrieb Zeisbrich weitere neue Häuser gebaut wurden, und diese nunmehr höher lagen als der Hochbehälter, reichte der Wasserdruck nicht mehr aus.

Dieser konnte aufgrund des nun gleich oder ähnlich hohen (siehe Grafik unten) Wasserpegels besagte Häuser nicht mehr mit ausreichend mit Wasser beliefern.

Elleringhäuser Hochbehälter

Der Hochbehälter (Bilder unten) wurde 1907 schon erbaut und wird von der Eisenbergquelle (Foto ganz oben) über Rohre befüllt. Um dieses Häuschen fußläufig zu erreichen, ist unbedingt festes Schuhwerk angebracht. Einen direkten Weg hierzu gibt es nicht. Der Aufstieg muss quer in den Wald erfolgen.


Das alte Elleringhäuser Wassersystem, oben der in 1907 erbaute Hochbehälter, der Zulauf hierein erfolgt von den Quellen am Eisenberg im Teufelsloch, wobei vom 1934 erbauten Wasserhäuschen eine weitere Einspeisung erfolgt.

Beispielzeichnung zur Erläuterung der Wasserquelle, Wasserstand und hydraulischem Wasserverlauf. Damalige Begebenheiten, heute ist es ein anderes System. R Göbel im Juni 2023


Gemarkungskarte mit Angaben der Wasserquellen und des Hochbehälters von Elleringhausen.

Quelle: Google Earth Satellitenkarte


Neue Häuser erfordern neue Ideen

Familie Böttcher hat das Problem ihres am höchsten liegenden Hofes und der entsprechend nicht mehr möglichen Frischwasserversorgung aus dem Hochbehälter gelöst und selbst ein Hauswasserwerk (Saug-Druckpumpe) mit Wasservorratsbehälter am Hof installiert. Die Häuser oberhalb der Schreinerei Zeisbrich, heute Zimmermann, mussten damals am Samstag, wenn allgemein „Badetag“ war, etwas früher oder später als das restliche Dorf ihre Wannen befüllen, denn sonst brauchte es sehr lange, um die Badewanne mit Wasser zu füllen. Das war umso umständlicher, da das kalte Wasser ja auch noch in dem Holzbefeuerten Kessel erwärmt werden musste. Viele von uns erinnern sich heute noch zu gut an die oftmals langwierige Prozedur in das lauwarme Wasser der älteren Brüder und Schwestern einsteigen zu müssen, um selbst ein wenig Sauberkeit zu erhaschen nach einer anstrengenden Woche in Schule, am Bauernhof oder im väterlichen Betrieb.

Alle waren somit froh, als die neue Verbundleitung von Dorf zu Dorf verlegt wurde und seither genug Druck und Wasser im gesamten Dorf verfügbar war.

Die Bewohner von Elleringhausen haben allerdings den Wechsel von ihrem recht gesunden und sehr eisenhaltigen Wasser aus der Eisenbergquelle zum etwas minderwertigeren kalkhaltigeren Wasser aus dem Wald bei Ober-Waroldern nicht so toll finden können, verkalkte Rohre und Geräte und anderes mehr kamen nun öfter vor.

Leider musste die Elleringhäuser Quelle aber wegen zu hohem Nitratgehalt und Keimen im Wasser geschlossen werden und erst nach vielen Jahren konnte man das Quellwasser zwar wieder nutzen. Aufgrund einer Dorfinternen und zumeist persönlichen Initiative von Installateur Reinhard Götte, sowie Willi und Dieter Hofmann kann man sich das Elleringhäuser Quellwasser im Sommer heute wieder mit einem Behälter an der Wasserstation neben der neuen Wildebrücke abzapfen und beispielsweise zum Garten wässern nutzen. Die drei Männer veranlassten die Verlegung einer Leitung vom Quell bis herunter zur Wildebrücke. Diese wird derzeit (Stand Mai 2023) aufwendig renoviert, da sie aufgrund ihres doch sehr fortgeschrittenen Alters die schweren Traktoren und Holzfrachten nicht mehr gefahrlos zu tragen vermochte.

Die eigentliche Quellennutzung geht allerdings auf sehr viel früher zurück, denn Elleringhausen bzw Eilhardinghusen wurde schon im Jahre 1126 urkundlich erwähnt.

Erstellt im Mai 2023, KH Göbel, Katja Krummel & R.Göbel

Dorfquellen allgemein

Dorfquellen können aus dem Untergrund oder aus natürlichen Quellgebieten entspringen. Oftmals werden sie durch eine einfache Konstruktion geschützt, wie beispielsweise eine kleine Mauer oder einen Brunnenkopf. In einigen Fällen werden Dorfquellen auch mit einer Pumpe oder einem Handhebel ausgestattet, um das Wasser leichter zugänglich zu machen.

Dorfquellen haben eine große Bedeutung für die Gemeinschaften, die auf sie angewiesen sind. Sie dienen nicht nur als Trinkwasserquelle, sondern auch zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen, zum Waschen von Kleidung und Geschirr sowie für andere häusliche Zwecke. Oftmals sind Dorfquellen auch soziale Treffpunkte, an denen sich Menschen austauschen und miteinander interagieren können.

Allerdings sind Dorfquellen manchmal mit Herausforderungen verbunden. Die Wasserqualität kann beeinträchtigt sein, insbesondere in Gebieten mit begrenzter sanitärer Infrastruktur oder hohem Kontaminationsrisiko. Zudem können in trockenen Perioden oder in Zeiten mit niedrigem Wasserstand Engpässe auftreten, was zu Wasserknappheit und Konflikten um die Ressource führen kann.

Anno dazumal allerdings war die Trinkwasserversorgung längst nicht so modern wie wir sie heute kennen.

Die Quellnutzung im elften Jahrhundert war stark von der lokalen geografischen und sozialen Umgebung abhängig. In vielen Regionen war der Zugang zu sauberem Wasser von entscheidender Bedeutung für das Überleben und die Entwicklung von Siedlungen.

Im ländlichen Raum waren Quellen eine wichtige Wasserquelle für die landwirtschaftliche Bewässerung, Viehtränken und häusliche Zwecke. Bauern und Dorfgemeinschaften nutzten Quellen, um ihre Felder zu bewässern und Vieh zu versorgen. Oft wurden einfache Kanalsysteme angelegt, um das Wasser aus den Quellen zu den Feldern zu leiten. In einigen Fällen wurden auch kleine Stauseen oder Teiche angelegt, um das Wasser zu speichern und bei Bedarf zu nutzen.

In städtischen Gebieten spielten Quellen ebenfalls eine bedeutende Rolle. Sie dienten als Trinkwasserquelle für die Bewohner, aber auch für verschiedene handwerkliche Tätigkeiten wie Gerbereien oder Mühlen. Manche Städte hatten spezielle Brunnenhäuser oder Brunnenplätze, an denen die Bevölkerung Wasser schöpfen konnte. Oft wurden die Quellen von den Stadtbewohnern genutzt, aber auch von Reisenden und Händlern, die durch die Stadt zogen.

Es ist wichtig anzumerken, dass im elften Jahrhundert die Kenntnisse über Hygiene und sanitäre Standards nicht so fortgeschritten waren wie heute. Daher war die Wasserqualität von Quellen nicht immer zuverlässig, und Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser übertragen wurden, waren ein häufiges Problem. Dennoch erkannten die Menschen bereits damals die Bedeutung der Quellnutzung und bemühten sich, das Wasser so gut wie möglich zu schützen und zu erhalten.

Insgesamt war die Quellnutzung im elften Jahrhundert eng mit den Lebensbedingungen und den Bedürfnissen der lokalen Gemeinschaften verbunden. Quellen waren lebenswichtig für die Landwirtschaft, das tägliche Leben und die Entwicklung von Siedlungen.

Eine Dorfquelle ist eine natürliche Quelle oder ein Brunnen, der in einem Dorf oder einer ländlichen Gemeinde zu finden ist. Dorfquellen waren in vielen traditionellen Gemeinschaften eine wichtige Wasserquelle, insbesondere in Gegenden, in denen der Zugang zu modernen Wasserversorgungssystemen begrenzt ist.

Die Bereitstellung einer zuverlässigen und sicheren Wasserversorgung ist eine wichtige Aufgabe für lokale Gemeinschaften und Regierungen, um die Lebensqualität in ländlichen Gebieten zu verbessern. Moderne Wasserinfrastruktur wie Pumpsysteme, Pipelines und Aufbereitungsanlagen kann dazu beitragen, den Zugang zu sauberem Wasser zu erleichtern und die Abhängigkeit von traditionellen Dorfquellen zu verringern.

In vielen Regionen dieser Welt spricht man auch von Wasserhäuschen.

Die Bezeichnung „Wasserhäuschen“ kann auf verschiedene Arten von Strukturen oder Einrichtungen hinweisen. Hier sind zwei mögliche Bedeutungen:

  1. Trinkwasserbrunnen: In einigen Regionen, insbesondere in ärmeren Gebieten oder in Entwicklungsländern, können „Wasserhäuschen“ einfache Trinkwasserbrunnen sein. Diese Brunnen dienen der Bereitstellung von sauberem Trinkwasser für die örtliche Bevölkerung, insbesondere in Gegenden, in denen der Zugang zu sauberem Wasser begrenzt ist. Sie können eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Gesundheit und der Bekämpfung von Krankheiten spielen.
  2. Öffentliche Toiletten: In einigen Gegenden werden auch öffentliche Toiletten als „Wasserhäuschen“ bezeichnet. Diese Toiletten stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung und dienen dazu, die sanitären Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen, insbesondere in städtischen Gebieten, wo der Zugang zu sanitären Einrichtungen begrenzt sein kann. Solche Wasserhäuschen können in Form von freistehenden Strukturen, Gebäuden oder mobilen Einheiten auftreten.

Es ist wichtig zu beachten, dass der Begriff „Wasserhäuschen“ nicht standardisiert ist und je nach Region oder Kontext unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Es kann auch andere Arten von Strukturen oder Einrichtungen umfassen, die mit Wasser in Verbindung stehen.

Quelle R Göbel, KH Göbel, Katja Krummel, Textauszüge aus ChatGPT, Fotos K.Krummel / Grafik R.Göbel


Hallo zusammen,
ich habe eben Fotos an Rolf geschickt (Quelle und Hochbehälter). Ich bitte um Ergänzung und Unterstützung, hierzu noch inhaltlich zu ergänzen. Der Hochbehälter ist im „Teufelsloch“ gelegen, am Fuße des „Eisenbergs“. Hier wurde ringsum auch ein kleiner Teich angelegt, der auch nach einer kleinen Wanderung zum Verweilen einlädt.Die Quelle befindet sich im Waldstück- Richtung „Jagdhütte“. Sie ist, lt. Inschrift, im Jahre 1907 erbaut worden. Um das Häuschen fussläufig zu erreichen, ist unbedingt festes Schuhwerk angebracht. Einen direkten Weg hierzu gibt es nicht. Der Aufstieg muss quer in den Wald erfolgen. Bitte unbedingt ergänzen oder verbessern. Vielleicht wissen Wilfried, Kalla oder Wilhelm noch mehr dazu…

Kommentar der Ortsvorsteherin Katja Krummel zur Dorfquelle

Die Quelle befindet sich im Waldstück-Richtung „Jagdhütte“. Sie ist, lt. Inschrift, im Jahre 1907 erbaut worden. Um das Häuschen fußläufig zu erreichen, ist unbedingt festes Schuhwerk angebracht. Einen direkten Weg hierzu gibt es nicht. Der Aufstieg muss quer in den Wald erfolgen.

das als Quelle betitelte Häuschen von 1907 ist der eigentliche Hochbehälter, in diesen Hochbehälter fließt das Wasser der Eisenbergquelle in Rohren an der Jagdhütte vorbei, die das Wasser auch benutzt. Die Quelle von 1937 ist mit einer Pumpe ausgestattet, die, wenn die Eisenbergquelle nicht genug Wasser liefert, das Wasser in den höhergelegenen Hochbehälter pumpt. Elleringhausen wurde von dem Hochbehälter aus, ohne pumpen zu müssen, mit dem Hochbehälterwasser und des hydraulischen Ausgleichs versorgt. Als Böttchers ausgesiedelt haben und Kleinschmidts und Götten gebaut haben, kam, weil die Höhe des Hochbehälters nicht ausreichte, kaum noch Wasser in diesen Häusern an. Böttchers haben das Problem gelöst und ein Hauswasserwerk (Druckpumpe) mit Wasserbehälter eingebaut.
Die Häuser oberhalb von Zimmermanns mussten am Samstag, wenn Badetag war, etwas früher oder später als das restliche Dorf baden, sonst brauchten sie sehr lange, um die Badewanne zu füllen. Sie waren froh als die neue Verbundleitung kam und genug Druck und Wasser da waren.
Aber ganz Elleringhausen hat den Wechsel von eisenhaltigen Wasser zum Kalkwasser aus dem Wald bei Oberwaroldern nicht so gut gefunden.
Aber unsere Quelle wurde wegen zu hohem Nitratgehalt und Keimen im Wasser geschlossen und erst nach vielen Jahren konnte man die Quelle wieder nutzen und man kann sich unser Quellwasser im Sommer wieder mit einem Behälter an der Wasserstation neben der neuen Wildebrücke abholen und zum Wässern benutzen.

Kommentar von KH Göbel

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